Faba Talks

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Unsere Online-Veranstaltungsreihe zur Transformation des Ernährungssystems: die Faba Talks bieten mit Vorträgen, Diskussionen und Gesprächen einen Raum, um Wissen zu teilen, neuen Input zu gewinnen und Fragen zu stellen. Und das alles ganz gemütlich von zu Hause aus.

Bei den Faba Talks kommen wir jeden Monat mit spannenden Menschen ins Gespräch. Mit dabei sind Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft. Wie kann die Transformation zu einem gerechten, pflanzenbasierten Ernährungssystem gelingen? Welche Maßnahmen, Konzepte und Instrumente benötigen wir? Welche Projekte gibt es schon, die an dieser Transformation arbeiten oder dazu forschen? Wie ist eigentlich der aktuelle wissenschaftliche Stand zu bestimmten Themen? Um diese und andere Fragen kann es unter anderem gehen. Bei den Faba Talks werden Studien, Projekte und Ideen vorgestellt und unterschiedliche Perspektiven auf das Thema beleuchtet. Hier auf der Webseite könnt ihr euch anmelden, findet alle aktuellen Termine und auch Rückblicke auf bereits durchgeführte Veranstaltungen.

Die nächsten Termine:

Tierhaltende Betriebe beim Umstieg unterstützen – aber wie?

21. März 2024

18 Uhr

Weitere Informationen

Tierhaltende Betriebe beim Umstieg unterstützen – aber wie?

Empfehlungspapier und Gesprächsrunde zum Chancenprogramm Höfe u. a. mit

  • Anja Bonzheim, Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau e.V.
  • Daniel Hausmann, Landwirt, TransFARMation Deutschland
  • Dr. Anne Margarian, Thünen-Institut

Im Bundeshaushalt sind 30 Mio. Euro für das neue „Chancenprogramm Höfe“ vorgesehen, um Landwirt*innen zu unterstützen, die von der Nutztierhaltung auf die Produktion und Verarbeitung innovativer Proteine und klimafreundlicher Lebensmittel umstellen wollen. Aber welche politischen Maßnahmen sollen im Einzelnen umgesetzt und welche Anreize sollten für die Betriebe geschaffen werden? Wir von Faba Konzepte haben zusammen mit dem Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau und TransFARMation Deutschland eine Reihe an Empfehlungen dazu veröffentlicht. Wir schlagen u. a. vor, Modellregionen zu schaffen, wo sich relevante Akteur*innen vernetzen und neue Wertschöpfungsketten für pflanzliche Nahrungsmittel aufbauen können. In unserem Empfehlungspapier skizzieren wir außerdem verschiedene bundesweite Maßnahmen, die interessierten Betrieben den Umstieg erleichtern können – zum Beispiel in Form von Investitionsförderungen sowie Beratungs- und Weiterbildungsangeboten.

Im Faba Talk am 21. März stellen wir gemeinsam das Empfehlungspapier kurz vor, um im Anschluss mit Vertreter*innen landwirtschaftlicher Verbände und der Wissenschaft ins Gespräch zu kommen. Wir wollen diskutieren: Wie kann das Chancenprogramm umstiegsinteressierte Betriebe am besten unterstützen? Welche Maßnahmen sind notwendig, welche Ansätze besonders zielführend, welche Perspektiven fehlen noch? Es wird natürlich auch Zeit geben, Fragen und Ergänzungen aus dem Publikum einzubringen.

Jetzt anmelden

Ihr erhaltet nach der Anmeldung eine Bestätigung. Einen Tag vor dem Faba Talk schicken wir euch dann den Link für den Zoom-Call zu. Ihr könnt euch auch noch kurz vor der Online-Veranstaltung anmelden.

Rückblick

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik, Leipzig

Seit vielen Jahren wird über Umbau und Abbau der Tierhaltung geredet. Der Vortrag adressiert die zwei zentralen Probleme dieser gängigen Debatte: Zum einen ist anhand rechtsverbindlicher (vor allem internationaler) Ziele speziell zum Klimaschutz, zum Biodiversitätsschutz, zum Recht auf Nahrung, aber auch in (teils kritischer) Auseinandersetzung mit ökozentrischen Ansetzen genauer als in den gängigen Debatten benennbar, wie stark die Tierhaltung in welchem Zeitrahmen sinken muss. Der Vortrag zeigt, dass global eine Reduktion um rund drei Viertel bis 2035 angezeigt ist. Zum anderen müssen die dafür benötigten Instrumente sich weitgehend von den bisher diskutierten Maßnahmen wie höhere Mehrwertsteuer für tierische Produkte, bessere Haltungsbedingungen, Fleischsteuer oder Subventionsumbau lösen. Nötig ist vielmehr eine echte Mengensteuerung auf EU-Ebene im Gestalt eines weiteren Emissionshandelssystems, verbunden mit einer gestärkten Flächenbindung und einem Grenzausgleichssystem. Der Vortrag stellt – neben der Zielfrage – diesen Steuerungsansatz näher dar, der in der von Felix Ekardt geleiteten Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik entwickelt wurde. Ohne derartige Ansätze ist ein rascher Abbau der Tierhaltung kaum möglich respektive würde der Abbau, der vorgeblich auch durch die gängigerweise diskutierten Instrumente bewirkt wird, in Wirklichkeit nur eine Verlagerung der Tierhaltung in andere Staaten bedeuten. Für die Wirksamkeit von Instrumenten spielt dabei auch ein interdisziplinärer Blick auf die Transformationsbedingungen zur Nachhaltigkeit eine Rolle, insbesondere auf Motive und komplexes Zusammenwirken verschiedener Akteure.

Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. – Jurist, Philosoph und Soziologe – ist nach sechs Jahren als Professor an der Uni Bremen seit Anfang 2009 Gründer und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig und Berlin. Ferner ist er seit Anfang 2009 an der Universität Rostock (Juristische und Interdisziplinäre Fakultät) Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie und Mitglied des Leibniz-Wissenschaftscampus Phosphorforschung Rostock. Von Oktober 2012 bis Oktober 2015 war er zugleich Long-term Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (FIPH). Seine Forschungsschwerpunkte sind Fragen der humanwissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung, konkret Fragen von Transformation und sozialen Lernprozessen, Gerechtigkeit (insbesondere Menschenrechte), Governance und Recht, also Nachhaltigkeitsrecht/ Umweltrecht und Nachhaltigkeitspolitik/ Umweltpolitik im Sinne einer Entwicklung von Politikinstrumenten auf internationaler, europäischer, nationaler und kommunaler Ebene. Er initiierte die erfolgreiche Klimaklage vor dem BVerfG und bereitete diese seit 2000 wissenschaftlich vor.

Mit wem sollen wir unbedingt einen Faba Talk veranstalten? Schreib uns gern deine Ideen oder Wünsche.

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