Öffentliche Restaurants

Was wäre, wenn eine warme Mahlzeit im Restaurant genauso selbstverständlich für alle günstig zu haben wäre wie der Besuch einer Bibliothek oder eine Fahrt mit dem Bus? Öffentliche Restaurants, ob als Public Diners oder Kiezkantinen, sind keine Utopie, sondern ein Konzept mit langer Geschichte und vielfältigen Beispielen auf der ganzen Welt. Sie sind Teil einer sozialen Infrastruktur, die Ernährung nicht als reine Privatsache versteht, sondern als öffentliche Aufgabe: als Daseinsvorsorge.

Mit einer klaren Ausrichtung auf pflanzenbasierte Mahlzeiten unterstützen sie zugleich eine gerechte Ernährungswende hin zu mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit.

In Kürze

Das Konzept öffentlicher Restaurants:

  • warme Mahlzeiten, staatlich gefördert, offen für alle
  • gegen Ernährungsarmut und Einsamkeit
  • für Demokratie, Gesundheit und Nachhaltigkeit

Warum pflanzenbasiert?

Ernährungsumgebungen prägen, was wir essen –> Potenzial für die Ernährungswende

  • Gesundheit: Pflanzenbasierte Mahlzeiten zum Ausgleich ungesunder Durchschnittsernährung
  • Teilhabe und Inklusion: Bessere Vereinbarkeit mit religiösen Ernährungsvorschriften, Allergien und Ernährungsweisen
  • Schutz von Klima und Artenvielfalt: Weniger Fläche und Emissionen, Normalisierung nachhaltiger Ernährung
  • Zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit: Mehr Effizienz, Selbstversorgung und Resilienz, Förderung regionaler Betriebe
  • Übergreifende Gerechtigkeit: Weniger Ausbeutung von Menschen, Tieren und Natur

Öffentliche Restaurants in Deutschland:

  • Bisher keine größeren Programme
  • Konzept im Wahlprogramm: Kiezkantinen von den Linken Berlin
  • Zivilgesellschaftliche Ansätze: Küfas und Quartierskantinen

Was tun?

  • Vernetzen und politischen Druck erzeugen
  • Zivilgesellschaftliche Kantinenprojekte starten oder unterstützen
  • Tipps und Unterstützung gibt es bei uns

Was sind öffentliche Restaurants?

Öffentliche Restaurants sind staatlich geförderte Einrichtungen, die regelmäßig warme Mahlzeiten zu besonders günstigen Preisen anbieten und allen Menschen offenstehen. Sie gehören damit zur öffentlichen Infrastruktur, so wie Bibliotheken, Schwimmbäder oder der Nahverkehr. Sie unterscheiden sich sowohl von rein privatwirtschaftlich betriebenen Restaurants als auch von Essensausgaben von Wohltätigkeitsorganisationen, die ausschließlich armutsbetroffene Menschen adressieren.

Öffentliche Restaurants unterscheiden sich auch von Küfas (Küchen für Alle) und Quartierskantinen, die von zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen werden und primär mithilfe von ehrenamtlicher Arbeit, Spenden und Fördermitteln funktionieren.

Hier gibt es allerdings wichtige Gemeinsamkeiten – es geht darum, Ernährung abseits vom privaten Markt gerecht und solidarisch zu organisieren.

(Mehr dazu siehe unten bei Quartierskantinen.)

Zum Konzept der öffentlichen Restaurants gehört zusätzlich die dauerhafte staatliche Finanzierung. (Zum Konzept siehe z. B. auch die Kampagnenseite von Nourish Scotland zu „Public Diners“ und die Darstellung im Leitfaden „Rezepte für ein sattes Miteinander“ vom Ernährungsrat Berlin.)

Öffentliche Restaurants können verschiedene Ziele verfolgen, darunter:

Foto: Harrison Reid

Öffentliche Restaurants sind keine neue Erfindung:

In Großbritannien gab es zum Beispiel in den 1940er Jahren über 2.000 staatlich geförderte Restaurants – mehr, als dort aktuell McDonald’s-Filialen existieren. Heute zeigen diverse Programme auf der ganzen Welt, wie unterschiedlich das Konzept umgesetzt werden kann.

Die Hawker-Zentren in Singapur sind öffentlich errichtete und verwaltete Markthallen mit hunderten von Essensständen. Derzeit gibt es landesweit 119 Hawker-Zentren. Sie bieten besonders vielfältige, günstige Mahlzeiten für Menschen aller Einkommensklassen. Die Regierung fördert Hawker-Zentren durch regulierte Mieten, Mietzuschüsse, finanzierte Infrastruktur und Preisregulierung bei Grundnahrungsmitteln, um die Verbraucherpreise niedrig zu halten. Im Jahr 2020 wurden die Hawker Centres offiziell in die UNESCO-Liste des Kulturerbes aufgenommen.

In Brasilien bieten Restaurantes Populares kostengünstige Mahlzeiten für breite Bevölkerungsschichten an. Im Jahr 2022 gab es landesweit etwa 248 Restaurantes Populares in über acht Bundesstaaten. Restaurantes Populares werden von verschiedenen Kommunalverwaltungen betrieben, oft mit finanzieller Unterstützung durch Landes- oder Bundesbehörden. Die rechtliche Grundlage für die Restaurants bildet das Recht auf Nahrung, das in der brasilianischen Verfassung verankert ist. Auf lokaler Ebene sind viele davon in kommunalen Rechtsvorschriften verankert.

Milchbars (bary mleczne) bieten der breiten Öffentlichkeit preisgünstige Mahlzeiten der traditionellen polnischen Alltagsküche an. Zu ihrer Blütezeit im Realsozialismus gab es rund 40.000 davon, heute sind es noch über 100. Meist betreiben Genossenschaften die Milchbars, teilweise auch private Unternehmen. Der Staat unterstützt sie über einen gesetzlich geregelten Subventionsmechanismus. Dadurch können sie ihre Preise niedrig halten. Die Gesetzgebung legt eine Liste von Zutaten fest, die für die Zubereitung subventionierter Gerichte verwendet werden dürfen: frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Getreide und Gewürze. Neben den subventionierten Gerichten dürfen die Betreibenden auch nicht subventionierte Gerichte verkaufen.

Warum pflanzenbasiert?

Wir bei Faba Konzepte sind davon überzeugt: Den besten Beitrag für ein gerechteres, zukunftsfähiges Ernährungssystem leisten öffentliche Restaurants, wenn sie pflanzenbasiert ausgerichtet sind – das heißt Gerichte anbieten, die überwiegend oder vollständig aus Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft bestehen. Sie sind dann zugleich eine besonders spannende Maßnahme für die sozial-ökologische Transformation. Um das Potenzial öffentlicher Restaurants zu verstehen, hilft das Konzept der Ernährungsumgebungen.

Ernährungsumgebungen

Was wir essen, wird häufig noch als rein private Angelegenheit angesehen – als ob primär unsere individuellen Vorlieben darüber entscheiden, was wir im Supermarkt kaufen, im Restaurant auswählen oder beim Lieferdienst bestellen. Dabei spielen mehrere andere Faktoren dafür eine wesentliche Rolle:

  • Was überhaupt an den Orten angeboten wird, die für uns erreichbar sind,
  • wie die verschiedenen Angebote präsentiert und beworben werden und
  • wie viel die verschiedenen Optionen kosten.

Diese Faktoren bilden unsere Ernährungsumgebung. Sie prägen stark, wie wir uns ernähren, und sie umzugestalten ist oft wirkungsvoller als z.B. Bildungsarbeit zu gesunder oder nachhaltiger Ernährung. Öffentliche Restaurants können Ernährungsumgebungen verändern, indem sie klimafreundliche, pflanzenbasierte Mahlzeiten zugänglich, günstig und attraktiv machen und damit auch kulturell normalisieren.

Welche Vorteile lassen sich mit pflanzenbasierten öffentlichen Restaurants erreichen?

Gesundheit

Viele Menschen ernähren sich ungesund – zu viel Tierprodukte, Zucker und verarbeitete Produkte, zu wenig Vollkorn, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Da in den letzten Jahren die Preise für Lebensmittel stark gestiegen sind, wird eine (gesunde) Mahlzeit besonders für von Armut Betroffene zunehmend zur Luxusware. Die Folge sind Krankheiten und frühzeitige Todesfälle. Das belastet auch die öffentlichen Kassen: Durch einen übermäßigen Fleischkonsum und zu geringen Verzehr von Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten entstanden 2022 laut einer Berechnung von Greenpeace in Deutschland Gesundheitskosten von etwa 50 Milliarden Euro.

Pflanzenbasierte öffentliche Restaurants wirken dagegen, indem sie gesunde Mahlzeiten leichter zugänglich machen.

Sie bauen Hindernisse für eine gesunde Ernährung wie Kosten, Zeit und Wissen ab. Damit machen sie gesunde Ernährung vom Privileg zur selbstverständlichen Option. Sie sind so auch eine Investition in eine bessere Ernährung, die uns später vor kostspieligeren Problemen bewahrt.

Dabei bieten rein pflanzliche Angebote das größte Potenzial: Zwar sehen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) noch gewisse Anteile an tierischen Nahrungsmitteln vor und auch die Planetary Health Diet erlaubt geringe Menge Fleisch und Milchprodukte. Da der durchschnittliche Konsum in der Bevölkerung aber viel zu hoch ist, würden pflanzliche öffentliche Restaurants das praktisch (teilweise) kompensieren.

Teilhabe und Inklusion

Besonders in Städten leben immer mehr Menschen allein und gemeinsame Mahlzeiten sind im Alltag für viele nicht selbstverständlich. Die Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen Alleinessen, Einsamkeit und psychischer Belastung. Gemeinsames Essen kann dagegen soziale Beziehungen und das Gefühl von Zugehörigkeit stärken. Öffentliche Restaurants schaffen leicht zugängliche Räume für Begegnung und können Menschen in Nachbarschaften miteinander verbinden.

Pflanzliche Angebote sind hierbei besonders inklusiv: Sie vermeiden mehrere Allergene, sind leichter mit religiösen Speisevorschriften wie halal oder koscher in Einklang zu bringen und sind für alle Menschen unabhängig davon zugänglich, ob sie sich mischköstlich, flexitarisch, vegetarisch oder vegan ernähren.

Schutz von Klima und Artenvielfalt

Unser Ernährungssystem trägt erheblich zur Klima- und Biodiversitätskrise bei. Besonders die Tierhaltung und der Anbau von Futtermitteln beanspruchen große Flächen, verursachen hohe Emissionen und verstärken den Druck auf Wälder, Böden, Gewässer und natürliche Lebensräume. Um Klima und Arten zu schützen, muss der Konsum von Tierprodukten in Deutschland drastisch sinken.

Pflanzenbasierte öffentliche Restaurants verringern diese Auswirkungen nicht nur direkt dadurch, dass die dort ausgegebenen Mahlzeiten einen besseren Fußabdruck haben als das, was die Menschen sonst durchschnittlich essen. Sie machen auch leckere Alternativen im Alltag sichtbar, ändern kulturelle Normen und fördern so die nachhaltige Ernährungswende. Auch hier wird das Potenzial am besten durch rein pflanzliche Angebote genutzt, die in Bezug auf die massiv tierproduktlastige Ernährungskultur ausgleichend wirken.

Zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit

Die Landwirtschaft in Deutschland setzt noch stark auf die Tierhaltung. Das schadet nicht nur Umwelt und Klima, sondern gefährdet auch die Ernährungssicherheit, weil wertvolle Flächen dem Anbau von Futtermitteln dienen und zusätzlich viel Dünger und Futter importiert werden muss.

Pflanzenbasierte öffentliche Restaurants stärken dagegen eine Landwirtschaft, die Lebensmittel unmittelbar für Menschen erzeugt. Wenn mehr Hülsenfrüchte, Getreide und Gemüse direkt in Deutschland produziert werden, lässt sich die verfügbare Fläche effizienter nutzen und die Resilienz erhöhen. Öffentliche Restaurants können diese Entwicklung gezielt unterstützen, indem sie saisonale, regionale und möglichst ökologisch erzeugte Produkte einkaufen und damit langfristige, verlässliche Absatzwege für landwirtschaftliche Betriebe schaffen.

Übergreifende Gerechtigkeit

Unser aktuelles Ernährungssystem verursacht entlang von Lieferketten viel Ungerechtigkeit und Leid. Für Futtermittel aus dem globalen Süden werden vor Ort Wälder vernichtet und Menschen vertrieben, bei uns werden Arbeiter*innen auf Feldern und in Schlachthöfen ausgebeutet. Die direkten Opfer der Erzeugung von Fleisch und Milchprodukten sind allein in Deutschland jedes Jahr hunderte Millionen von fühlenden Tieren, die massives Leid erfahren und im Akkord geschlachtet werden.

Pflanzenbasierte oder, im besten Fall, pflanzliche öffentliche Restaurants können dazu beitragen diese Ungerechtigkeiten zu verringern, besonders wenn sie außerdem regional und fair erzeugte Lebensmittel nutzen.

Öffentliche Restaurants in Deutschland

In Deutschland fehlen bisher größere Programme, die kostengünstige gesunde Mahlzeiten für alle Menschen leicht zugänglich machen. Allerdings gibt es bereits Initiativen und Programme, die den Weg für öffentliche Restaurants bereiten.

Kiezkantinen in Berlin

Die Partei Die Linke Berlin hat mit ihrem Konzept der Kiezkantinen einen Vorschlag für öffentliche Restaurants in Berlin vorgelegt. Das Ziel: eine öffentlich finanzierte Kantine in jedem Berliner Bezirk, in der jeden Tag frisch zubereitete, gesunde Gerichte angeboten werden. Das günstigste Gericht soll dabei dauerhaft drei Euro kosten. Besonders wichtig ist der Fokus auf Großsiedlungen, in denen es an sozialer Infrastruktur mangelt, es besonders viele armutsbetroffene Menschen oder einen großen Bedarf an Kantinen für Beschäftigte gibt. Die Kiezkantinen sollen zudem als einladende öffentliche Räume gestaltet werden, in denen sich zivilgesellschaftliche Initiativen treffen können.

Wie pflanzlich sollen die Kiezkantinen sein? Das bisher veröffentlichte Konzept (Stand 08.09.2026) beschreibt als Ideal „pflanzenbasierte, regionale und saisonale Ernährung auf Bio-Basis“ und nennt für die Kantinen eine „Mindestquote“ und einen „hohen Anteil“ an pflanzlichen Lebensmitteln.

Quartierskantinen

An vielen Orten gibt es bereits Initiativen mit vielfältigen Konzepten und Bezeichnungen wie „Küche für Alle“ („Küfa”), „Nachbarschaftsküche“ oder „solidarische Kantine“, die wir hier unter „Quartierskantinen“ zusammenfassen. Sie werden nicht oder nur im geringen Maße staatlich gefördert, aber haben sonst einige Gemeinsamkeiten mit öffentlichen Restaurants: Sie organisieren gute Ernährung abseits von profitorientierter Privatwirtschaft. Sie sind für alle Menschen offen – es wird keine Bedürftigkeit oder Ähnliches vorausgesetzt. Sie bieten Essen typischerweise kostenlos oder günstig auf Spendenbasis an und fördern Gemeinschaft. Während manche Küfas eher als Treffpunkte der linken Szene dienen, sprechen andere Kantinen sehr diverse Bevölkerungsgruppen an.

Viele Quartierskantinen setzen auf gesunde Mahlzeiten, sind pflanzlich bzw. vegan gestaltet und achten oft auf weitere Nachhaltigkeitskriterien wie lokale Beschaffung, direkten Handel oder die Verwendung von geretteten Lebensmitteln.

Quartierskantinen können also auf ähnliche Ziele hinwirken wie öffentliche Restaurants. Ihre Arbeit aus der Zivilgesellschaft heraus ist dabei ein ganz eigene Stärke, da sie sich durch Unabhängigkeit und Bürger*innennähe auszeichnet. Gleichzeitig braucht es für die nötige Transformation des Ernährungssystems einen strukturellen Wandel und einen Zugang zu gesunder, günstiger und nachhaltiger Ernährung für alle Menschen. Das können zivilgesellschaftliche Initiativen ohne langfristige finanzielle Absicherung alleine nicht leisten.
Deshalb sind wir bei Faba Konzepte überzeugt: Öffentliche Restaurants – besonders mit pflanzenbasierter Ausrichtung – sind ein wichtiger Baustein der sozial-ökologischen Transformation.

Was tun? Von der Idee zur Praxis

Der Weg zu öffentlichen Restaurants braucht politischen Willen und zivilgesellschaftliche Initiative. Hier sind konkrete Ansatzpunkte, wie ihr die Vision öffentlicher Restaurants mit pflanzenbasierter Verpflegung voranbringen könnt:

1. Politische Forderungen stellen und vernetzen

Ihr könnt auf verschiedenen Ebenen für die Idee pflanzenbasierter öffentlicher Restaurants eintreten und sie verbreiten. Vor Ort könnt ihr beispielsweise Ernährungsräte ansprechen um das Thema auf ihre Agenda zu setzen oder gemeinsam zu dem Thema zu arbeiten.

Das Konzept bietet Lösungen für verschiedene gesellschaftliche Herausforderungen, deshalb können wir mit verschiedenen Verbündeten politische Forderungen stellen. Zum Beispiel können wir Klima- und Umweltgruppen für das Thema gewinnen, da pflanzenbasierte öffentliche Restaurants ein konkretes und sozial gerechtes Instrument gegen die Klimakrise darstellen. Soziale Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände können Verbündete sein, wenn es um den Abbau von Ernährungsarmut durch öffentliche Restaurants geht. Auch auf kommunaler Ebene könnt ihr für öffentlich finanzierte Restaurants eintreten: Ihr könnt das Berliner Kiezkantinen-Programm der Linken unterstützen, oder das Beispiel bei euch vor Ort bekannter machen.

Auf internationaler Ebene könnt ihr euch im International Network for Public Restaurants vernetzen, das Nourish Scotland ins Leben gerufen hat um Akteur*innen weltweit zu verbinden. Zudem könnt ihr die europäische Bürger*inneninitiative Food is a Human Right for All mit eurer Unterschrift unterstützen. Sie fordert die EU-Kommission auf, das Recht auf Nahrung für alle EU-Bürgerinnen zu verwirklichen und ein gerechtes, nachhaltiges Ernährungssystem in Europa zu schaffen. 

2. Bestehende Quartierskantinen unterstützen oder eine eigene gründen

Erfolgreiche zivilgesellschaftliche Projekte können politische Aufmerksamkeit erzeugen und den Druck für öffentliche Lösungen erhöhen. Das wird an dem Beispiel der Black Panther Party deutlich: Ihr Free Breakfast for Children Program versorgte Ende 1969 täglich rund 20.000 Kinder Kinder in zahlreichen US-Städten mit Frühstück, mehr als der Staat Kalifornien. 1975 etablierte der US-Kongress das zuvor nur pilotweise bestehende School Breakfast Program als dauerhaftes Programm.

Es lohnt sich also eine sozial-ökologische Gemeinschaftsverpflegung selbst in die Hand zu nehmen. Vielleicht könnt ihr in eurer Nähe eine bestehende Quartierskantinen unterstützen, wie beispielsweise die Kantine für Alle aus Kassel oder die ada_Kantine aus Frankfurt am Main, oder eine eigene Quartierskantine gründen. Wenn man Städte als Partnerinnen gewinnt, z. B. indem sie Räume bereitstellen oder finanzielle Förderung geben, ist das zugleich ein möglicher Schritt in Richtung öffentlicher Restaurants.
Faba Konzepte unterstützt euch gerne mit Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung oder unserem Werkzeugkasten für Quartierskantinen.

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