Netzwerk-Tagung Quartierskantinen

Gemeinschaftlich kochen, pflanzenbasierte Mahlzeiten günstig oder kostenlos ausgeben und so die Nachbarschaft zusammenbringen – das beschreibt das Prinzip der Quartierskantinen. Vom 13. bis 15. März 2026 fand genau dazu unsere Netzwerk-Tagung in Kassel statt.
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Als Höhepunkt unseres Projekts „Quartierskantinen für Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt“ haben wir Stadtteilkantinen, KüfAs, Nachbarschaftsküchen und Co. sowie Gründungsinitiativen und Interessierte zu einem Wochenende rund um das Thema „Solidarisches Kochen“ eingeladen.

Während die eigentliche Tagung am Samstag stattfand, waren alle Frühangereisten bereits am Vorabend eingeladen zu einer Schnippeldisko und einem gemeinsamem Abendessen im Bootshaus der Universität Kassel direkt an der Fulda. Dort konnten wir uns bereits über unsere jeweiligen Gruppen und Kantinen austauschen – und merkten schnell, dass wirklich jede Kantine anders funktioniert: Von Größe und Regelmäßigkeiten über Ausstattung bis hin zu Organisationsstruktur und Lebensmittelbeschaffung konnten wir hier schon eine große Bandbreite entdecken. Alle packten gern noch beim Aufräumen mit an, als der leckere Wirsing-Kartoffel-Eintopf verspeist war, wodurch schon ein Hauch der Quartierskantinen-Energie spürbar wurde. Mit Vorfreude und Neugier auf den nächsten Tag verabschiedeten wir uns.

Die Vielfalt der Quartierskantinenlandschaft wurde dann auch am Samstag beim Start der Netzwerk-Tagung mit rund 30 Teilnehmenden im SDG+ Lab der Universität Kassel deutlich: Mit einer geographischen Aufstellung verschafften wir uns einen Überblick, von wo wir alle angereist waren, und stellten uns gegenseitig unsere Konzepte vor.

Zum Auftakt: von Bremen bis Freiburg, und weiterer
Raum zur künftigen Ausdehnung des Netzwerks

Teil der Tagung war die Vorstellung des von uns erstellten Werkzeugkastens für die Gründung von Quartierskantinen. Nachdem wir diesen präsentiert hatten, gab es die Möglichkeit, sich zu den Themen Gründung & Konzept, Räumlichkeiten & Hygiene sowie zu Finanzierung auszutauschen. Die Gruppen gaben Feedback zu den Werkzeugkastenkapiteln, brachten aber größtenteils auch ihre eigenen Erfahrungen mit diesen Themen ein, wodurch ein reger Erfahrungsaustausch zustande kam.

Nach der Mittagspause mit buntem Buffet und ein wenig Bewegung ging es dann in die erste Workshoprunde, bei der die Teilnehmenden aus zwei Themen wählen konnten: Ein Workshop drehte sich um kommunalpolitische Strategien und Forderungen für die Stärkung von Quartierskantinen und wurde durch einen Bericht der Initiative der Frankfurter Stadtteilküchen illustriert. In der anderen Workshopgruppe beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Gelingensbedingungen für Quartierskantinen – also den Faktoren, die zur erfolgreichen Gründung und Aufrechterhaltung beitragen können.

Es war uns wichtig, nicht nur ein einmaliges Netzwerk-Event zu veranstalten, sondern ein nachhaltiges Netzwerk von und für Quartierskantinen aufzubauen. Daher haben wir im letzten Programmpunkt des Tages in Kleingruppen erarbeitet, welche Strukturen und Ressourcen es braucht, um langfristig im Austausch zu bleiben. Konkret verabredet haben wir uns schließlich zur Nutzung einer gemeinsamen Mailing-Liste und einem nächsten Treffen auf dem System Change Camp am 22. August 2026. Außerdem wollen wir eine interaktive Karte zur Verortung der verschiedenen Kantinenprojekte anlegen, um gegenseitige Sichtbarkeit herzustellen.

Mit diesem Ausblick auf künftige Vernetzung konnten wir in das gemeinsame Abendessen starten, was liebevoll vor Ort von der Kantine für Alle Kassel zubereitet wurde. Auch hier wurde sichtbar, dass der Bedarf an Austausch untereinander groß war und in diesem informellen Rahmen weitergeführt wurde.

Zum Abschluss des Netzwerk-Wochenendes trafen wir uns am Sonntag noch einmal in kleinerer Runde für zwei weitere Workshops: Wir schauten uns an, welche Auswirkungen aktuelle und dauerhafte Krisen sowie der sich anbahnende Klimakollaps auf Quartierskantinen haben, wie wir als Initiativen darauf vorbereitet sein können und welche gesellschaftliche Rolle solidarisches Kochen innerhalb dieser Krisen einnehmen kann. Außerdem nahmen wir uns Zeit, den Blick auf Hygieneregelungen und -vorschriften zu vertiefen und über die vielfältigen Herausforderungen in Austausch zu kommen. Beim abschließenden Mittagessen begannen einige bereits, die nächste Schritte für ihre eigenen Kantinen zu planen,

Wir freuen uns sehr, dass so viele interessierte Menschen zur Tagung gekommen sind und das Wochenende durch ihre Fragen, Anregungen und Erfahrungen bereichert haben. Wir haben gemerkt, dass es diese Räume für Austausch und Wissenstransfer dringend braucht und sind gespannt auf die nächsten Schritte.

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