Ein Großteil der Öffentlichkeitsarbeit kann vom Team selbst übernommen werden. Insbesondere digitale Werkzeuge lassen sich vergleichsweise schnell erlernen und anwenden. Dadurch können Kosten reduziert und Ideen zeitnah umgesetzt werden, ohne auf externe Dienstleister*innen angewiesen zu sein.
Gerade in einem rein oder überwiegend ehrenamtlichen Kontext bietet es sich an, feste Zuständigkeiten zu schaffen. Bewährt hat sich die Gründung einer Öffentlichkeits-AG oder spezialisierter Teilgruppen, etwa einer Social-Media-AG. Diese Gruppen übernehmen die Aufgabe, Inhalte und Anliegen des Kantinenteams nach außen verständlich und ansprechend zu kommunizieren. Wichtig ist dabei, ein einheitliches Erscheinungsbild zu entwickeln, um Wiedererkennungswert zu erzeugen. Dazu gehören grundlegende Designentscheidungen ebenso wie die frühzeitige Entwicklung eines Logos, das langfristig genutzt werden kann.
Zentrale Aufgaben einer solchen AG sind:
- regelmäßiges Bewerben der Kantinentermine und eventuell begleitender Veranstaltungen
- verlässliche und rechtzeitige Kommunikation bei Ausfällen oder Änderungen, um Vertrauen und Planbarkeit für Besuchende zu gewährleisten
- Erstellen und Bereitstellen von Bild- und Videomaterial von Räumlichkeiten, Aktionen und Veranstaltungen, das für Website, Flyer oder soziale Medien genutzt werden kann
Die Schwerpunkte, die ihr im Konzept festgelegt habt – die politische Ausrichtung eurer Kantine –, sollten hier besonders in den Mittelpunkt gerückt werden. Steht ihr für Bildung und Aufklärung, gesunde Ernährung, Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit? Eine klar kommunizierte inhaltliche Ausrichtung erleichtert es Menschen, eine Verbindung zu euch einzugehen, ob als Helfende oder regelmäßige Besuchende. Hierzu gehört es auch, bestehende Kooperationspartner* innen sichtbar zu machen.
Öffentlichkeitsarbeit beschränkt sich dabei nicht nur auf digitale Formate. Persönliche Ansprache spielt eine ebenso wichtige Rolle, insbesondere während der Kantinentermine selbst. Kurze Vorstellungen zu Beginn, kleine Einleitungen oder niedrigschwellige Umfrageaktionen können dazu beitragen, Besuchende zu informieren und einzubinden. Ergänzend sind Aushänge in und an den Räumlichkeiten sinnvoll, die auf kommende Termine und weitere relevante Informationen aufmerksam machen – z. B. von wo ihr eure Lebensmittel bezieht oder welche aktuellen politische Themen gerade mit euch in Verbindung stehen.
Website, Newsletter und Mail-Verteiler #
Eine eigene Website kann als zentrale Informationsplattform dienen. Hier lassen sich Termine aktuell halten, Neuigkeiten veröffentlichen und Aktionen in Form von Blogbeiträgen dokumentieren, um Interessierten einen guten Einblick in eure Arbeit zu geben. Ergänzend empfiehlt sich eine eigene E-Mail-Adresse sowie ein regelmäßig erscheinender Newsletter, um Unterstützende und Besuchende kontinuierlich zu informieren.
Weiter können bereits existierende Mail-Verteiler genutzt werden oder Vernetzungsgruppen, die zu eurer politischen Botschaft passen, aktiv kontaktiert werden, um euer Angebot möglichst breit zu streuen. Viele solcher Gruppen verschicken in regelmäßigen Abständen Newsletter, in denen sie ebenfalls über euer Angebot informieren können. Vielleicht gibt es auch passende soziale Institutionen, deren Infoverteiler für euch interessant sein könnte.

Zuletzt können auch lokale Veranstaltungskalender eine Option sein, euer Angebot vielen Menschen kenntlich zu machen. Vielleicht gibt es sogar einen solchen für die Räumlichkeiten, die ihr nutzt. Eine Recherche nach lokalen Veranstaltungskalendern für eure Stadt bzw. Gemeinde lohnt sich in jedem Fall.
Social Media #
Im Bereich Social Media sollte bewusst entschieden werden, welche Plattformen ihr nutzen wollt und welche nicht. Neben der ethischen Ebene eurer Entscheidung verhindert eine klare Auswahl auch Überforderung und erleichtert eine kontinuierliche Pflege der Kanäle. Zusätzlich können Kommunikationsräume für Interessierte und Außenstehende geschaffen werden, etwa über Foren oder Chatkanäle, um Austausch und Vernetzung zu ermöglichen. Auch Plattformen der Trägerorganisation eurer Räumlichkeiten – gehören diese nicht euch – können genutzt werden, um Werbung für eure Kantine zu machen.
Druckmedien #
Auch klassische Druckmedien bleiben relevant. Aktuelle Flyer und Plakate können an verschiedenen Orten wie etwa der Pinnwand beim Supermarkt, im Bioladen, der Apotheke, an Veranstaltungsorten, bei sozialen Institution wie beispielsweise der Tafel, den Johannitern, der Diakonie, am Schwarzem Brett der Uni etc. aufgehängt bzw. ausgelegt werden – in einigen Fällen auf Anfrage, versteht sich. Darüber hinaus gibt es auch häufig kommunal verwaltete Schwarze Bretter oder Schaukästen, die ihr eventuell auf Anfrage mit Infoblättern bestücken könnt. Wenn ihr möglichst viele Menschen einer bestimmten Nachbarschaft erreichen wollt, könnt ihr Flyer auch in Briefkästen verteilen und den Menschen die Info damit direkt nach Hause bringen.
Damit ist es euch möglich auch Personen zu erreichen, die digitale Angebote wenig oder gar nicht nutzen. Plakate, Banner oder Aufsteller können direkt an eurem Veranstaltungsort für Aufmerksamkeit sorgen, eignen sich aber auch für andere öffentliche Veranstaltungen, etwa bei Informationsständen im Rahmen thematischer Aktionstage. Auch könnt ihr bei euer Stadt bzw. Gemeinde nachfrage, ob ihr Banner und Plakate an entsprechend dafür vorgesehene Wände, Säulen oder Zäune anbringen könnt. Meist ist das mit einer kleinen Summe verbunden.
Presse #
Weiter sollte auch die lokale und regionale Presse einbezogen werden. Das Verfassen von Pressemitteilungen sowie das gezielte Einladen von Medien – etwa lokalen Zeitungen, Radiosendern, Fernsehsendern oder reichweitenstarken Social-Media-Kanälen – können die Sichtbarkeit deutlich erhöhen.
Veranstaltungen #
Veranstaltungen selbst stellen im weitesten Sinne Öffentlichkeitsarbeit dar. Hierzu können bspw. andere Initiativen oder Vereine mit ähnlichen Interessen oder angrenzenden Schwerpunkten eingeladen werden. Gemeinsame Aktionen oder Veranstaltungen stärken die Vernetzung, erhöhen die Reichweite und schaffen zusätzliche Anknüpfungspunkte für neue Zielgruppen.
Mundpropaganda #
Zuletzt kann auch die Mund-zu-Mund Propaganda eine große Rollen spielen. Animiert eure Gäst*innen dazu, euer Angebot weiterzutragen. Weiter können auch Kommunalpolitiker*innen oder Bürgermeister* innen hilfreich sein, um Informationen zu streuen. Eine Anfrage kann sich auch hier sehr lohnen.