Angesichts all der Aufgaben, die es für die Gründung einer Quartierskantine zu bewältigen gibt, kommt Öffentlichkeitsarbeit nicht selten zu kurz. Bei allem Stress mit Raumsuche, Anschaffungen und Fundraising erscheint das Verfassen einer Pressemitteilung oder der Aufbau einer Social-Media-Präsenz oft am Ende einer langen Prioritätenliste – schließlich trägt Öffentlichkeitsarbeit erst einmal nicht dazu bei, dass irgendwer satt wird.

Es ist daher hilfreich, sich der grundlegenden Funktionen von Öffentlichkeitsarbeit bewusst zu werden. Einige haben wir zusammengestellt:
- Bildung: Ihr kocht vegan, weil das am klimafreundlichsten und gut für Tiere und Umwelt ist; ihr nutzt ökologische Lebensmittel, weil das besser für die Biodiversität ist; ihr rettet Lebensmittel, weil Lebensmittelverschwendung ein riesiges Problem ist. Für euch mag das selbstverständlich sein, aber in der breiten Gesellschaft fehlt oft das Wissen darüber. In der Öffentlichkeitsarbeit könnt ihr genau diese Zusammenhänge kommunizieren und so Bildung und Aufklärung über die eigene Bubble hinaus betreiben.
- Politische Kommunikation: Mit eurer Quartierskantine werdet ihr nicht das ganze Ernährungssystem in eurer Region umkrempeln, aber ihr könnt dazu beitragen. Ihr könnt deutlich machen, wo das gegenwärtige System hakt und warum es Projekte wie eures überhaupt braucht – und welche politischen Maßnahmen es bräuchte, um euer Projekt zu stützen, Quartierskantinen flächendeckend zu etablieren und die sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems voranzutreiben.
- Mitstreiter*innen-Motivation: Gerade wenn das Kochen anläuft ist es essentiell, Mitstreiter*innen zu gewinnen, um die vielen Aufgaben in der Küche und drumherum zu bewältigen. Unserer Erfahrung nach ist das Engagement in Quartierskantinen vergleichsweise niedrigschwellig – aber in jedem Fall müssen Menschen erstmal davon erfahren.
- Fundraising: Insbesondere wenn ihr ein Crowdfunding durchführt, aber auch um mögliche Förder-Institutionen auf euch aufmerksam zu machen, ist öffentliche Sichtbarkeit wichtig. Indem ihr kommuniziert, was eure Initiative förderungswürdig macht, und ihr Multiplikator*innen einbindet, um eure Reichweite zu erhöhen, schafft ihr eine gute Grundlage für das Fundraising.
Kostenlose Tipps sowie Weiterbildungen zur Öffentlichkeitsarbeit in lokalen Initiativen findet ihr unter anderem beim Lernportal der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt.
Im Anhang findet ihr: